Ich war hier

Die Frage, was wir in unserem Leben und auf dieser Welt für Spuren hinterlassen werden, finde ich wahnsinnig spannend. Wenn ich an die aktuelle Maskerade auf weltweiten Straßen denke, muss ich an die Hinterlassenschaft von zig Milliarden Einwegalltagsmasken denken, die bereits seit Monaten überall herumfliegen. Angesichts der im Meer schwimmenden Plastiktonnen titelte die FAZ: „Es ist das Zeitalter der Plastikapokalypse“. Gleichzeitig schreit Greta Thunberg mir ins Ohr, dass sie mich (und natürlich alle „Verantwortlichen“) Angst spüren lassen will, die sie „jeden Tag spüre“.

Greta ist laut, direkt und schonungslos und sie hat sich ihr Denkmal in dieser Welt bereits gesetzt. Ich kann kaum glauben, dass dieses Mädchen drei Jahre jünger ist, als meine eigene Tochter. Wieviel sie, im Kampf gegen den Klimawandel, tatsächlich verändert hat lässt sich schwer messen. Auf jeden Fall hat sie sich weltweites Gehör verschafft. In mir persönlich hat sie eine Botschaft hinterlassen: „Man ist nie zu klein dafür, einen Unterschied zu machen“. Ergo: JEDER kann einen Unterschied machen.

Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen.

Greta Thunberg

Wenn ich weiter darüber nachdenke, welche Spuren wir hinterlassen werden, bzw. welche Spuren ich hinterlasse möchte, fallen mir noch ganz andere Themen als Müllberge, Klimawandel oder Plastikmüll ein. Ich frage mich zum Beispiel wie – also über welche Kanäle – Spuren hinterlassen werden können. In Spanien gibt es eine Höhle (Cueva de El Castillo, die El-Castillo-Höhle), in der knapp 40.000 Jahre alte Höhlenmalereien gefunden wurden. 40.000 Jahre alt, das muss man einen Moment auf sich wirken lassen. Denn daraus schließt sich mir, dass die Menschheit schon immer etwas weitergeben und hinterlassen wollte. Oder einfach nur markieren wollte: „ICH WAR HIER“. Vielleicht ist mein Bloggen nichts anderes? Ist es die moderne Höhlenmalerei und ich kann meine Gedanken und Erlebnisse in die digitale Ewigkeit meißeln? Übrigens wurde der Eingang zur El-Castillo-Höhle erst 1903 entdeckt… Also knapp 39.883 Jahre nachdem die ersten Wandbemalungen entstanden waren. Wann liest du diesen Blogeintrag?

Kann ich auch Spuren in anderen Menschen hinterlassen?

Was ich mitunter am dramastischsten an der allgewärtigen, Corona-bedingten Maskerade finde, ist, dass ich die Menschen um mich herum, egal ob Bekannte oder Unbekannte, nicht mehr richtig sehen kann. Ich werde mich nie daran gewöhnen wollen, dass soviel von unserer Persönlichkeit verloren geht, da wir Mimik und unser Lächeln bedecken. Das stimmt mich manchmal regelrecht traurig. Auf Abstand bleiben, mindestens eineinhalb Meter, bloß nicht in den Arm nehmen, sich ja nicht berühren, am besten erschrocken zurückspringen, falls jemand die aktuelle „Net(t)“ikette verdrängt oder vergessen hat. Soziale Kontakte meiden, bzw. auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Wer will mir vorschreiben, was MEIN notwendiges Minimum an sozialen Kontakten ist? Es stimmt mich traurig, dass ich mein Lächeln nicht mehr so einfach in die Welt geben kann. Denn so viel mehr habe ich nicht zu geben… Meine Lebensfreude, ein Strahlen und Herzlichkeit. Ich hoffe, dass uns solche Werte nicht verloren gehen.

Meinen Kindern möchte ich folgendes Hinterlassen: Seid gut zu euch selbst und zu anderen Menschen, genießt euer Leben in vollen Zügen. Bitte verfolgt eure ganz eigenen Ziele und Wünsche und lasst euch dabei so wenig wie möglich von anderen beeinflussen. Glaubt an euch! Bleibt euch treu und folgt nicht blind und folgsam jedem Trend. Lächelt, seid freundlich und respektvoll und nehmt das Leben und euch selbst nicht zu ernst. Ich wette der Liebe Gott sitzt gerne bei einer Tüte Popcorn da oben und lacht sich schlapp, weil wir uns so abstrampeln. Wenn ihr es eilig habt, dann geht bewusst langsam. Lacht, bis euch der Bauch weh tut, und weint wenn euch danach ist – das befreit. Wenn ihr hinfallt, dann steht wieder auf. Und wenn es besonders weh tut: vertraut mir, es wird wieder besser. Die größte Scheisse kann der beste Dünger für etwas Neues sein. Pflegt eure Freundschaften und eure (Wahl)Familie, denn nichts ist wichtiger als nicht alleine zu sein. Geht raus, genießt die Sonne und den Regen und kommt mit dreckigen Füßen und zerzausten Haar nach Hause. Tanzt die Nächte durch und singt, als wäret ihr ein Superstar. Seid dankbar für alles Gute in eurem Leben und verlernt nicht, das Gute zu sehen. Das findet sich jeden Tag und überall. Lebt und liebt als sei das Leben kurz, denn das ist es. Liebt ohne Angst, liebt euch selber und vergesst niemals, wie sehr ich euch liebe.

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