Das Jahr der Ente

Wir schreiben das Jahr 2021. Hiermit habe ich zum ersten Mal zwanzigeinundzwanzig ausgeschrieben. Bis ich mich daran gewöhnt habe liege ich bereits im Sommerdress, mit einem kühlen Bier in der Hand, am Paradiesstrand.

Wie wahrscheinlich sehr viele Andere, saß ich heute vollkommen fokussiert vor dem Fernseher und habe auf Mama Merkels Ansprache gewartet. Mensch, die haben sich ja heute Zeit gelassen, mit Ihrer Vorab-Beratungssitzung. Wie gerne ich bei solchen Ministertreffen Mäuschen spielen würde. Ich frage mich wie es sich anfühlen muss, in solch außergewöhnlichen Zeiten so große Entscheidungen zu treffen. Genießen sie ihre Macht? Oder schrumpfen ihre Eier(stöcke) auf Erbsengröße, angesichts der Verantwortung, die sie tragen? Ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Sie wollen aber bestimmt auch nicht mit mir tauschen.

Irgendwie wusste man doch schon vor der Pressekonferenz, dass die aktuellen Coronaregeln nicht gelockert werden. Irgendwie lag bereits in der Medienluft, dass die Maßnahmen sogar verschärft werden. Dennoch erfüllte mich eine vollkommen verrückte Hoffnung. Vielleicht ist ja doch wieder alles gut? Alles doch nicht so schlimm? Doch nur ein Albtraum, der nun vorbei ist.

Ich gehöre übrigens auch zu den Menschen die Titanic schauen (zum hundertsten Mal) und, obwohl ich den historischen Hintergrund kenne, jedes Mal zittere und hoffe, dass der Steuermann es doch noch schaffen könnte, das Schiff am Eisberg vorbei zu manövrieren. Und wenn diese Hoffnung enttäuscht wurde hoffe ich, dass das Wasser doch nicht so schnell im Inneren ansteigt, damit die Titanic wenigstens nicht sinken muss. Und dann (ihr ahnt es, ich werde wieder enttäuscht) hoffe ich, dass Jack nicht sterben muss.

Einfach unverbesserlich.

Kontrollverlust vs. Vorsätze

Ich bin dankbar, dass es Politiker gibt, die aktuell die Verantwortung übernehmen. Wahrscheinlich sind diese wiederum dankbar, weil sie sich auf die Empfehlungen der Virologen berufen können. Oder auf (Positiv?)Beispiele anderer Bundesländer. Bei der Corona-Leine (Definitiv das Wort 2021, neben Impfling) wurde gefragt, welchen Sinn der 15 km Leinenradius macht. „Na, weil Sachsen das so macht!“. Na dann.

Ich bewundere Menschen, die Verantwortung übernehmen. Aktuell empfinde ich jedoch mehr und mehr eine Art Kontrollverlust über mein eigenes Leben. Aber keine Sorge, das macht mich in keiner Weise zu einem „Querdenker“. Andersdenker, manchmal ja. Aber „Quer“… Nein. Meine Gedanken sind gerade kurz bei einer Werbeagentur, die schon lange „Querdenker“ heißt. Ich glaube, sie denken bereits über eine Namensänderung nach.

Ich habe mich gefragt wie ich wenigstens einen Teil der Kontrolle über mein eigenes Leben zurückgewinnen kann. Jedoch fiel mir kaum etwas ein. Ich landete während dieses Gedankenkarussels eher bei klassischen Vorsätzen für ein Neues Jahr. Gewinne ich Kontrolle zurück indem ich mit dem Rauchen aufhöre? Irgendwie ja, aber das ist nicht der beste Zeitpunkt für dieses Vorhaben. Mehr Kontrolle durch Gewichtsabnahme? Ach neeeee… Was bleibt denn aktuell noch, wenn ich noch nicht einmal mehr Essen und Trinken kann, was ich möchte?

Dann muss ich aktuell wohl lernen die Kontrolle abzugeben.

Same same, but differnet

Ich bin immer noch davon überzeugt, dass 2021 noch besser wird als 2020. Zumindest sobald wir die erste Jahreshälfte überstanden haben. Selbstverständlich habe ich alles Erdenkliche dafür getan:

  • „Dinner for One“ geschaut
  • Blei-, ähm Zinngießen
  • Rote Unterwäsche
  • Über den Stuhl müssen wir reden

Das Zinngießen prophezeit mir eine Ente. Das war nicht ganz das, worauf ich gehofft habe. Mittlerweile habe ich ein wenig recherchiert und bin durchaus zufrieden. Denn die Ente symbolisiert Energie, emotionale Stärke, Anmut, Klarheit, Leben im Augenblick, Familie, Schutz, Fürsorge*. Auf einer anderen Seite im Internet habe ich auch was richtig gutes gefunden: „Das Krafttier Ente hilft Ihnen Ihre Herzenskräfte wieder aufzuladen und schädliche Emotionen oder Fremdenergien von Anderen wie Wasser an ihrem Federkleid abperlen zu lassen.„**. PERFEKT. Das nehme ich!

Ach ja… Um 24:00 Uhr vom Stuhl aus ins neue Jahr springen… Das war irgendwie nicht mehr so angebracht (in meinem Zustand). Ich wollte das Pflegepersonal im Krankenhaus nicht unnötig belasten. Dann hätte ich auch einen Chinaböller in meiner Hand sprengen lassen können, das wäre auf ein ähnliches Resultat hinausgelaufen. Also wenn 2021 auch nicht ganz rund wird: Mea Culpa.

Ich danke der heute Show.

Quellen zur Enten-Recherche: *https://mystischerrabe.de/, **www.schamanische-krafttiere.de

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