Bitte wenden

Dieser Moment, wenn du realisierst, dass der Akkustand deines Mobilgerätes sich der Danger-Zone nähert, ist für meinen Geschmack eine gruselige Situation. Mein Handy ist nicht nur praktisch, es ist meine Brücke zu all den Menschen in meinem Leben, für die ich erreichbar sein möchte. Und eine Brücke zu den Menschen, die für mich erreichbar sein sollen.

Aus einer Irgendwo-dazwischen-Generation entstammend, kenne ich das analoge und das digitale Zeitalter, und muss sagen, dass letzteres wie für mich geschaffen ist. Unvorstellbar wie ich in Zeiten ohne Kommunikationsmittel überlebt hätte. Vermutlich hätte nicht nur eine Brieftaube im Fließbandflug für mich schuften müssen.

Gestern bin ich mit gepackten Koffern bei der Arbeit aufgeschlagen um sofort, nach Feiermittag, in meinen mehr als überfälligen Urlaub nach Katwijk (NL) zu fahren.

Als der Motor startete war ich bester Laune, meine Lieblingsmusik lief bis zum Anschlag, ich sang so laut mit, dass meine Stimmbänder rebellierten und ohne Unterbrechung fuhr ich dreieinhalb Stunden lang geradewegs Richtung Nordsee.

Nach eineinhalb Stunden realisiere ich, dass die Kombination aus Musik und Navigation vom Mobiltelefon Gift für den Akkustand ist. Nur noch 30%, schreit es mir entgegen. Ich entscheide auf Radio umzustellen, damit eine Energiefresser-Quelle entfällt. Bei 20 % liegt noch über eine Stunde Fahrt vor mir, und ich realisiere, wie vollkommen abhängig ich von dem kleinen Tyrannen bin.

Und ich mache, was es von mir will…. Autobahnwechsel hier, du fährst zu schnell da, und jetzt aber bitte wenden…

Abends sitze ich in einer dieser typischen und wunderschönen Strandrestaurants. Ich schreibe noch ein paar Zeilen mit ein paar lieben Menschen. Mein Handy Akku ist natürlich wieder geladen. Ich liebe es so sehr am Meer zu sitzen. Es macht etwas mit mir, in diese Weite zu schauen und dem beruhigenden Klang zu lauschen. Ich schreibe jemandem: „Ich genieße jede Sekunde… und das Rauschen der brechenden Wellen… bewegt auch sehr viel in mir.“

Eigentlich wollte ich schreiben: „und das Rauschen der brechenden Wellen… bricht auch etwas in mir.“

Und das ist gut so. Daher brauche ich Urlaub. Zeit zum Nachdenken und zum Nachspüren.

Bitte selbst denken

Übrigens waren die letzten dreißig Minuten Autofahrt ein wahrer Krimi. Von einem beinahe Unfall abgesehen (Gott sei Dank lehrte mich mein Vater sehr früh, dass ich immer „mit der Dummheit von anderen“ rechnen müsse), wurde die Akkusituation immer brenzliger. Sieben Minuten vor dem Ziel wurde das Display schwarz. Gott sei Dank konnte ich die Navigationsstimme noch hören. Mein Handy ging erst aus, als ich noch hören konnte „Sie haben Ihr Ziel erreicht“. Irgendwer hat es gut mit mir gemeint.

Es war mir eine Lehre. Ich werde zukünftig mit doppelten Boden auf reisen gehen. Mich nicht vollkommen abhängig machen. Nicht nur tun, was von mir erwartet wird. Und wenden, wenn mir selbst danach ist.

Darüber hinaus möchte ich mehr auf meinen eigenen Akku Acht geben. Und nicht nur auf den meines mobilen Endgerätes.

Liebe Urlaubsgrüße

Michaela W. aus D.

1 Kommentar

  1. Liebe Michaela,
    hab einen wundervollen Urlaub und genieß das Rauschen des Meeres, das Knirschen des Sandes, das leckere Essen und alles, was zu einem perfekten Urlaub zählt….
    🌊
    Bei uns dauert es auch nur noch eine Woche bis zum langersehnten LissabonUrlaub und auch ich scharre schon mit den Hufen, weil ich es nicht mehr abwarten kann, endlich Urlaub zu machen!
    Bis bald und pass gut auf dich auf!!!
    Liebe Grüße Bea 😘

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